Barrierefreiheit: Öffentliche Stellen vs. private Unternehmen – der Unterschied

Welche Barrierefreiheits-Pflichten gelten für öffentliche Stellen und welche für private Unternehmen? Der Artikel erklärt Unterschiede bei Gesetzen (BITV 2.0, WCAG, BFSG), Zeitpunkt der Umsetzung, Kontrolle sowie die Rolle der Barrierefreiheitserklärung.

Inhalt

Barrierefreiheit bei öffentlichen StellenBarrierefreiheit bei privaten UnternehmenRechtliche Unterschiede im ÜberblickDie Rolle der BarrierefreiheitserklärungFazit: Gleiche Ziele, unterschiedliche Pflichten

Barrierefreiheit öffentliche Stellen vs private Unternehmen ist eine Frage, die viele erst stellen, wenn konkrete Pflichten im Raum stehen. Auf den ersten Blick scheint Barrierefreiheit für alle gleich zu gelten, doch rechtlich und organisatorisch gibt es klare Unterschiede. Wer diese nicht kennt, läuft schnell Gefahr, Anforderungen falsch einzuschätzen oder unnötige Risiken einzugehen.

Der Unterschied liegt weniger im Ziel der Barrierefreiheit, sondern vor allem darin, wer wozu verpflichtet ist, ab wann Regeln greifen und wie streng kontrolliert wird.

Barrierefreiheit bei öffentlichen Stellen

Öffentliche Stellen unterliegen schon seit Jahren klaren gesetzlichen Vorgaben zur digitalen Barrierefreiheit. Grundlage sind unter anderem die BITV 2.0 sowie europäische Richtlinien, die verpflichtend umgesetzt werden müssen. Für Websites und mobile Anwendungen bedeutet das, dass sie nach anerkannten Standards wie den WCAG barrierefrei gestaltet sein müssen.

Besonders wichtig ist hier die Transparenz. Öffentliche Stellen müssen eine Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen, regelmäßig aktualisieren und einen funktionierenden Feedback-Mechanismus bereitstellen. Beschwerden können in formale Durchsetzungsverfahren münden, die von zuständigen Stellen überprüft werden. Die Anforderungen sind klar definiert und die Kontrolle ist vergleichsweise streng.

Barrierefreiheit bei privaten Unternehmen

Bei privaten Unternehmen war die Lage lange weniger eindeutig. Das ändert sich mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das schrittweise neue Pflichten einführt. Allerdings betrifft dies nicht automatisch jedes Unternehmen, sondern hängt von Branche, angebotenen Leistungen und der Zielgruppe ab.

Für viele Unternehmen bedeutet Barrierefreiheit aktuell vor allem Vorbereitung. Websites, digitale Services und Prozesse sollten so gestaltet werden, dass sie künftig den Anforderungen entsprechen. Auch wenn nicht jedes Unternehmen sofort verpflichtet ist, wird die Barrierefreiheitserklärung zunehmend relevant, um Transparenz zu schaffen und rechtliche Grauzonen zu vermeiden.

Rechtliche Unterschiede im Überblick

Der rechtliche Unterschied zwischen öffentlichen Stellen und privaten Unternehmen liegt vor allem im Zeitpunkt und im Umfang der Pflicht. Öffentliche Stellen müssen Barrierefreiheit bereits umfassend umsetzen und nachweisen. Private Unternehmen bewegen sich je nach Angebot zwischen freiwilliger Umsetzung, mittelbarer Verpflichtung und klarer gesetzlicher Pflicht.

Hinzu kommt, dass öffentliche Stellen stärker kontrolliert werden, während bei Unternehmen häufig Beschwerden oder Prüfungen der Auslöser sind. Trotzdem gilt: Auch für Unternehmen steigt das Risiko, Barrierefreiheit zu ignorieren, kontinuierlich an.

Die Rolle der Barrierefreiheitserklärung

Ein zentraler Unterschied zeigt sich bei der Barrierefreiheitserklärung. Für öffentliche Stellen ist sie verpflichtend und detailliert geregelt. Für Unternehmen wird sie zunehmend zum wichtigen Instrument, um Konformität, Stand der Umsetzung und Kontaktmöglichkeiten transparent darzustellen.

Unabhängig vom rechtlichen Status signalisiert eine veröffentlichte Erklärung, dass Barrierefreiheit ernst genommen wird. Gerade für Unternehmen kann das Vertrauen schaffen und spätere Konflikte vermeiden.

Fazit: Gleiche Ziele, unterschiedliche Pflichten

Barrierefreiheit öffentliche Stellen vs private Unternehmen bedeutet nicht „wichtig“ gegen „unwichtig“, sondern „verpflichtend jetzt“ gegen „verpflichtend zunehmend“. Öffentliche Stellen stehen bereits klar in der Pflicht, während Unternehmen sich auf strengere Anforderungen vorbereiten sollten.

Wer die Unterschiede kennt, kann realistischer planen, Risiken besser einschätzen und Barrierefreiheit strategisch angehen, statt erst zu reagieren, wenn Probleme entstehen.

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