Wie schreibe ich eine Barrierefreiheitserklärung?

Der Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie du eine Barrierefreiheitserklärung korrekt erstellst: Pflichtbestandteile, Rechtsgrundlagen (WCAG, BITV, BFSG), Konformitätsstatus, nicht barrierefreie Inhalte, Kontakt- und Durchsetzungsverfahren sowie typische Fehler und Platzierung im Footer.

Inhalt

Was ist eine Barrierefreiheitserklärung überhaupt?Für wen ist eine Barrierefreiheitserklärung Pflicht?Wie schreibe ich eine Barrierefreiheitserklärung Schritt für Schritt?Konformitätsstatus richtig angebenNicht barrierefreie Inhalte ehrlich benennenFeedback-Mechanismus und DurchsetzungsverfahrenWo wird die Barrierefreiheitserklärung veröffentlicht?Häufige Fehler beim Schreiben einer BarrierefreiheitserklärungFazit: So schreibst du eine Barrierefreiheitserklärung richtig

Die Frage „wie schreibe ich eine Barrierefreiheitserklärung“ stellen sich aktuell viele Website-Betreiber, Behörden und Unternehmen. Spätestens mit BFSG, BITV und WCAG ist klar: Eine Barrierefreiheitserklärung ist kein „Nice-to-have“, sondern ein formaler Bestandteil einer barrierefreien Website. Gleichzeitig herrscht viel Unsicherheit darüber, was konkret hineingehört und wie detailliert sie sein muss.

Dieser Artikel erklärt dir nüchtern und praxisnah, wie du eine Barrierefreiheitserklärung schreibst, welche Inhalte Pflicht sind und worauf Prüfer und Aufsichtsstellen achten.

Was ist eine Barrierefreiheitserklärung überhaupt?

Eine Barrierefreiheitserklärung ist ein öffentlich zugängliches Dokument auf deiner Website. Darin erklärst du, wie barrierefrei dein digitales Angebot aktuell ist, auf welche Standards du dich beziehst und wo es noch Einschränkungen gibt. Sie ist keine Selbstdarstellung, sondern eine formale Erklärung mit rechtlicher Relevanz.

Wichtig ist: Die Erklärung bewertet nicht nur Erfolge, sondern benennt auch offen bestehende Barrieren. Genau das ist rechtlich gewollt. Eine „perfekte“ Erklärung ohne Einschränkungen wirkt oft unglaubwürdig.

Für wen ist eine Barrierefreiheitserklärung Pflicht?

Ob du eine Barrierefreiheitserklärung brauchst, hängt vom rechtlichen Rahmen ab. Öffentliche Stellen sind schon seit Jahren dazu verpflichtet. Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) betrifft das Thema nun auch viele private Unternehmen, insbesondere im E-Commerce und bei digitalen Dienstleistungen.

Typischerweise brauchst du eine Erklärung, wenn:

  • deine Website oder App unter BITV 2.0 oder BFSG fällt

  • du Dienstleistungen oder Produkte digital anbietest

  • du rechtlich zur digitalen Barrierefreiheit verpflichtet bist

Auch wenn du (noch) nicht verpflichtet bist, wird eine Erklärung zunehmend als Mindeststandard erwartet.

Wie schreibe ich eine Barrierefreiheitserklärung Schritt für Schritt?

Der Aufbau ist klar vorgegeben. Du musst nichts erfinden, sondern Inhalte strukturiert zusammenstellen. Eine gute Barrierefreiheitserklärung folgt immer derselben Logik: Stand der Barrierefreiheit, Grundlage der Bewertung, bekannte Einschränkungen und Kontaktmöglichkeiten.

  • Im Kern besteht sie aus fünf Pflichtbestandteilen:

  • Geltungsbereich der Erklärung (z. B. Website, Subdomains, App)

  • Rechtsgrundlage (WCAG, BITV, BFSG)

  • Konformitätsstatus (vollständig, teilweise oder nicht konform)

  • Nicht barrierefreie Inhalte (transparent benannt)

  • Feedback- und Kontaktmöglichkeit

Diese Punkte müssen verständlich formuliert sein, aber nicht juristisch überladen. Klarheit ist wichtiger als komplizierte Sprache.

Konformitätsstatus richtig angeben

Ein zentraler Punkt ist der sogenannte Konformitätsstatus. Hier gibst du an, inwieweit deine Website den Anforderungen entspricht. In der Praxis ist „teilweise konform“ der häufigste und realistischste Status.

Du beschreibst dabei:

  • welche WCAG- oder BITV-Kriterien erfüllt sind

  • welche noch nicht erfüllt sind

  • warum bestimmte Barrieren aktuell bestehen

Wichtig: Du musst keine technischen Details offenlegen, sondern den Zustand nachvollziehbar erklären.

Nicht barrierefreie Inhalte ehrlich benennen

Viele machen hier den größten Fehler und lassen diesen Abschnitt weg. Dabei ist genau dieser Teil verpflichtend. Du musst aufführen, welche Inhalte oder Funktionen aktuell nicht barrierefrei sind und – wenn möglich – warum.

Typische Beispiele sind fehlende Alternativtexte, eingeschränkte Tastaturnavigation oder nicht barrierefreie PDFs. Das ist kein Nachteil, sondern zeigt, dass du dich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt.

Feedback-Mechanismus und Durchsetzungsverfahren

Eine Barrierefreiheitserklärung braucht immer eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Nutzer:innen müssen Barrieren melden können. Zusätzlich ist – insbesondere bei öffentlichen Stellen – ein Hinweis auf das Durchsetzungsverfahren vorgeschrieben.

Hier erklärst du, an wen sich Betroffene wenden können, wenn sie keine zufriedenstellende Rückmeldung erhalten. Auch dieser Abschnitt ist formell, aber wichtig.

Wo wird die Barrierefreiheitserklärung veröffentlicht?

Die Erklärung muss leicht auffindbar sein. Üblich ist eine Verlinkung im Footer der Website, oft gemeinsam mit Impressum und Datenschutz. Sie darf nicht versteckt oder nur über mehrere Klicks erreichbar sein.

Eine Barrierefreiheitserklärung ist kein internes Dokument, sondern bewusst öffentlich.

Häufige Fehler beim Schreiben einer Barrierefreiheitserklärung

Viele Erklärungen scheitern nicht an der Technik, sondern an formalen Details. Besonders häufig sind unklare Konformitätsangaben, fehlende Rechtsgrundlagen oder veraltete Inhalte.

Auch problematisch:

  • pauschale Aussagen ohne Bezug auf WCAG oder BITV

  • keine Kontaktmöglichkeit

  • veralteter Stand (z. B. „Stand: 2021“)

Eine Erklärung ist kein einmaliges Projekt, sondern sollte regelmäßig überprüft werden.

Fazit: So schreibst du eine Barrierefreiheitserklärung richtig

Eine gute Barrierefreiheitserklärung ist kein Marketingtext, sondern ein sachliches, transparentes Dokument. Wenn du dich an die Struktur hältst und ehrlich bleibst, erfüllst du nicht nur gesetzliche Anforderungen, sondern schaffst auch Vertrauen.

Kurz zusammengefasst:

  • Nutze klare Standards (WCAG, BITV, BFSG)

  • Beschreibe den Ist-Zustand realistisch

  • Benenne Barrieren offen

  • Stelle eine Kontaktmöglichkeit bereit

  • Halte die Erklärung aktuell

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